Wenn der Ohrschmuck unverträglich ist

Ohrringe gehören zu den beliebtesten Accessoires der meisten Frauen und einiger Männer. Da die Clip-Variante häufig schlecht sitzt, leicht abfällt und auch die Auswahl eingeschränkt ist, entscheiden sich die meisten Liebhaberinnen des Ohrschmucks früher oder später für Ohrlöcher. Das bleibt allerdings leider nicht immer ohne Probleme. Ohrlöcher können vor allem direkt nach dem Stechen oder Schießen zahlreiche Probleme bereiten.

Probleme mit den Ohrlöchern – woran liegt es?

Wenn der Ohrschmuck nicht verträglich ist, lassen sich die Gründe hierfür in zwei Kategorien einteilen. Bei der ersten geht es darum, dass die Wunde beziehungsweise das Loch Probleme bereitet. Bei der zweiten spielt ein unverträgliches Material eine Rolle.

Ohrlöcher – eine erwünschte Verletzung

Auch, wenn Ohrlöcher gewollt sind und aus kosmetische Gründen gemacht werden – es handelt sich hierbei um eine Verletzung, wie jede andere auch. Wenn sich die Ohrlöcher entzünden, kann es sein, dass die Hygiene nicht ausreichend war. Das kann schon beim Stechen der Fall gewesen sein. Manchmal gelangen die Keime auch erst später in die Wunde, was vor allem dann passiert, wenn diese nicht gut genug geschont und gepflegt wurde. Auch, wenn am Knorpel gestochen wurde, kann sich eine heftige Entzündung entwickeln, deren Abheilung viel Zeit benötigt.

Problematischer Ohrschmuck

Entzündungen und Schmerzen können auch dann auftreten, wenn die Ohrringe nicht passend ausgesucht wurden. Zum Beispiel können Ohrringe zu schwer sein oder leicht an der Kleidung hängen bleiben, wodurch das Ohrloch gereizt wird oder sogar einreißt. Einige Stecker haben auch einen problematischen Draht, der von innen in das Ohrläppchen schneidet. Manchmal ist auch eine Allergie die Ursache, wenn Ohrschmuck nicht verträglich ist.

Abhilfe gegen entzündete Ohrlöcher

Niemand muss sich mit Schmerzen und Entzündungen an den Ohrlöchern abfinden. Denn es gibt viele Mittel und Methoden, wie eine wirksame Vorbeugung funktionieren kann.

Bereits beim Stechen aufpassen

Wenn Sie Ihre Ohrlöcher (oder die Ihres Kindes) erst planen, dann sollten Sie den Ort sorgfältig aussuchen, an dem Sie die Ohrlöcher stechen lassen möchten. Vermeiden Sie möglichst das bei Juwelieren häufig betriebene Schießen mit einer Ohrlochpistole, da dieses das Gewebe unsauber durchtrennt und den Heilungsprozess verlangsamen kann. Außerdem kann die Pistole nicht desinfiziert werden, weshalb Keime es besonders leicht haben. Besser ist es, wenn beim Arzt oder im Piercing-Studio eine sterile Nadel verwendet wird.

Wichtig ist es außerdem, direkt nach dem Stechen nur medizinische Ohrstecker zu tragen. Diese müssen steril verpackt gewesen sein. Im Idealfall bestehen sie aus dem nickelfreien Material Titan. Falls Ihr Kind Ohrschmuck bekommen soll, dann warten Sie am besten bis zur Pubertät. Das gilt auch deshalb, weil sich die Löcher durch das Körperwachstum eventuell beim Erwachsenen nicht mehr an der richtigen Stelle befinden.

Hausmittel gegen Entzündungen

Bei leichteren Entzündungen können unter Umständen Hausmittel nützlich sein. Ein beliebtes ist Kamillentee, der stark gekocht und regelmäßig mit einem Wattebausch auf die Ohrlöcher aufgetragen wird. Eine Alternative hierzu ist eine Kamillen-Tinktur aus der Apotheke. Auch Alkohol kann als desinfizierendes Mittel zum Abtupfen nützlich sein. Andere Betroffene schwören auf Kochsalzlösung.

Weitere Maßnahmen

Bei wiederholten Entzündungen kann es sich lohnen, den Ohrschmuck zu wechseln. Dieser sollte grundsätzlich nicht zu schwer und mit einem ausreichend bereiten Stecker versehen sein. Da auch eine Nickelallergie die Ursache sein kann, kann sich ein Allergietest beim Arzt lohnen. Dieser kann auch ein desinfizierendes Spray oder eine Creme verschreiben, um die Entzündung zu behandeln.