Asian Fashion

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Decora Kei

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picture credit: KazumiKawaii

Der Begriff leitet von “decorate” – dekorieren – ab. Kurz gesagt: Bei diesem Stil kommt es auf die Accessoires an! Decora ist knallbunt, nicht nur an der Kleidung, sondern auch an den Haaren. Regenbogen, Bonbonfarben  – hauptsache, bunt. Dazu behängen sich die Träger mit allerlei Deko: mehrere Ketten übereinander, bunte Haarbänder, Muster-Mix, Schlüsselanhänger, Sticker (auf der Kleidung und auf der Haut), usw. Auch Kinderspielzeug wird gerne zur Decora umfunktioniert – Legosteinchen, Plastikschnuller und sogenannte „Character Goods“; mit Figuren aus japanischen Animes und Mangas sowie Hello Kitty, Mamegoma, Sentimental Circus & Co. Der Stil nimmt sich selbst nicht allzu ernst und so gibt es keine Regeln, was Frisuren oder Kleidung betrifft. Hose und T-Shirt sind genauso okay wie ein mädchenhaftes Kleid. Decora hat verschiedene Untergruppierungen, die je einer Farbe zu geordnet sind: Black Decora, Pink Decora, Red Decora, usw. Hier wird genauso gelayert und dekoriert, aber nur in diesem einen Farbschema.


Fairy Kei

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picture credit: Annette Wamser

… ist dem Decora-Trend relativ ähnlich. Jedoch werden weniger Accessoires verwendet und farblich herrschen Pastelltöne vor. Passend zum Namen will ein softer, märchenhafter Look kreiiert werden. Fabelwesen wie Einhörner und pastelliger Schmuck sind beliebte Dekoobjekte. Auch, wenn Frisuren und Make-Up hier nur zweitrangig sind, achten die Fairys mehr auf aufwändige Frisuren als Decoras.


Gyaru

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picture credit: Beyond My Ken

Das Wort leitet sich zunächst von dem englischen „gal“ – Mädchen – ab. Für mich wird Gyaru wohl auf ewig an den Manga “Peach Girl” von Miwa Ueda erinnern. Die Protagonistin, Momo, war ein absoluter Fan dieses Looks: hellbraun oder weißblond gebleichte Haare, stark gebräunte Haut, auffällig geschminkte Augen, Layering, kurze Röcke und zu weite Kniestrümpfe (“loose socks” genannt). Populär gemacht haben den Style tatsächlich aber japanische Popsängerinnen wie Namie Amuro und Ayumi Hamasaki. Neben den bereits erwähnten optischen Merkmalen spielen Gyarus damit, dass an ihnen “nichts echt ist” und tragen mit Absicht überlange, falsche Wimpern, Fake Nails mit Glitzersteinchen oder Perücken. Obwohl – oder vielleicht gerade weil sich diese so sehr vom typischen japanischen Schönheitsideal abhebt, ist Gyaru extrem beliebt. Der Gyaru-Stil wird vor allem von Westlern leider oft mit “leicht zu haben” gleichgesetzt – was aber absoluter Blödsinn ist! Im Gegensatz zu den angepassten, koketten Lolitas sind Gyarus lässiger – sie dürfen ruhig laut sein und Manieren sind alles andere als wichtig.


Hime-Gyaru

Die “Prinzessinnen”-Gyaru ist eine Mischung aus dem bereits erwähnten Hime-Lolita Stil und der Gyaru-Optik. Besonders bei Mittzwanzigerinnen beliebt, ist die Kleidung niedlich gehalten und das Make Up dafür umso knalliger. Die Haut wird dabei aber nicht gebräunt – blasser Porzellanteint ist angesagt! Im krassen Gegensatz dazu werden die Augen betont: Fake-Lashes, jede Menge Lidschatten und farbige Circle Lenses sorgen für große Augen. Schleifen, Rüschen, Perlen oder Krönchen finden sich auch hier; dazu werden aufwändige Locken- und Turmfrisuren getragen. Auffälligste Merkmale sind knallige Farben sowie der Mix aus Material (z.B. Spitze, Samt oder Fake Fur) und Mustern (Leo- oder Tigermuster, seltener Blumen). Rosa ist als Hime-Gyaru genauso tragbar wie dunkelrot oder florale Prints.


Lolita

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picture credit: Matt Watts from Japan

Wie genau der Lolita-Trend entstanden ist, lässt sich heute gar nicht mehr nachvollziehen. Besonders Visual Kei Gruppen prägten diesen Stil; allen voran der japanische Musiker Mana und seine Band Malice Mizer. Sie verbanden in ihrer Musik Rock mit barocken, klassischen Elementen, Opernklängen und Chansons – und zeigten dies auch in ihrer Kleidung. Die meist männlichen Bandmitglieder kleideten sich mal androgyn, mal pompös und prinzessinenhaft – und benahmen sich auch so. Der Lolita-Stil, der sich daraus entwickelte, wurde von anderen Gruppen und den Fans aufgegriffen und vor allem von Mädchen und jungen Frauen getragen. Mehr zu diesem Thema findest du im Lolita Lexikon.


Oshare Kei

Der schöne/süße Unterstil des Visual Kei teilt ein Merkmal mit dem großen Bruder: schwarzen Eyeliner! Während das übrige Make-Up relativ schlicht gehalten wird, sind dunkel umrandete Augen der Eyecatcher. Und auch bei der Wahl der Kleidung ist Oshare Kei völlig frei: T-Shirts, Crop-Tops, Röcke, Leggings, Hosen, weiße Kniestrümpe, bunte Söckchen oder Fishnets  – angezogen wird, was gefällt und das am besten lagenweise. Gerne gesehen: Großflächige Prints und gemusterte Stoffe wie Streifen, Polka-Dots oder Leoparden-Muster. Der Schlüssel zum perfekten Oshare Kei Look ist die ausbalancierte Mischung aus bunt und schwarz – sonst wird es schnell mit dem Decora Kei Stil verwechselt (siehe nächster Punkt). Bei den Accessoires wird allerdings mehr auf “kawaii” denn auf “hardcore” gesetzt: Es darf bunt sein und auffällige Ketten, Plüschanhänger oder diverse Perlenarmbänder werden einfach übereinander getragen.


Pastell Goth

Einer DER Trends in der japanischen Streetstyle-Szene ist “Pastell Goth”. Du kannst es dir vermutlich schon denken: Hier werden Elemente aus der Gothic Mode und Pastellfarben gemischt. Key-Komponenten sind bunte, auftoupierte Haare mit auffälligen Accessoires (z.B. Schriftzüge an langgliedrigen Ketten oder übergroßen Ringen, Choker, Edelsteine, kleine Skelette, Särge – alles in Pastelltönen), Printshirts, bauschige Röcke, Stulpen, kniehohe Söckchen und Plateauschuhe wie Creepers oder Doc Martens.


Visual Kei / Visu

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picture credit: Jacob Ehnmark

Seinen Ursprung hat Visual Kei in der gleichnamigen Musikrichtung. Die (meist männlichen) Bandmitglieder sind auffällig bis over the top gekleidet, spielen mit Geschlechterrollen und wirken dennoch undurchschaubar und geheimnisvoll. Vorreiter ist wieder die schon angesprochene Band Malice Mizer um Schlagzeuger Mana. Das Schöne: Hier gibt es keine Regeln; der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wie die Musikstile der Bands immer wieder variieren, ist auch der Kleidungsstil sehr wandelbar. Als der Visual Kei Stil sich entwickelte, war schwarz die Hauptfarbe, mittlerweile sind aber alle farblichen Regeln aufgehoben: Es dürfen Korsagen zu Lederpants getragen werden, goldene Tüllkleider oder schlicht alle möglichen Muster und Materialien miteinander gemixt werden. Ein bisschen Metal, etwas Goth, etwas Pop, Punk und Rokoko dazu, gibt die perfekte Mischung. 😀 Die Träger orientieren sich meist am Style ihrer Lieblingsband – und dieser wechselt oft von Album zu Album. Ein Bestandteil, der sich von Anfang an gehalten hat, sind schwarz umrandete Augen. Um die Cat-Eyes noch auffälliger zu machen, wird gerne zu bunten Circle Lenses und Regenbogen-Haarfarben gegriffen.


Wafuku / Wamono

Wafuku steht für “japanische Kleidung”. Was bei uns gleichzusetzen mit traditioneller Kleidung wie Tracht ist, sind in Japan Kimonos. Wie auch das Dirndl hierzulande, feiert traditionelle Kleidung in Japan sein Revival bei jungen Japanerinnen. So wird der Kimono der Mutter oder das Vintage Stück aus dem Second Hand Laden wieder neu aufgetragen – aber mit einem modernen Twist, z.B. durch Obis (= Kimonogürtel) mit grafischen Mustern zum Blumenmuster-Kimono oder moderne Accessoires wie Schnürboots statt der klassischen Geta-Sandalen oder witzige Täschchen im Kawaii-Look anstatt traditioneller Leinenbeutel.

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