Während des 20. Jahrhunderts kommt es was die Mode betrifft zu einem ständigen schnellen Wechsel. Hatte in der Vergangenheit die Modewelt erst nach Jahrzehnten Änderungen erfahren, so wechselt diese heutzutage sozusagen jedes Jahr.

Vor Beginn des 2. Weltkriegs war die Kleidung der Frau weiblich und äußerst figurbetont. Die Schultern waren breit, der Rock fast ausschließlich schräg geschnitten und die Länge reichte bis zur Wade.

Was Jacken und Mäntel in dieser Zeit angeht, präsentieren diese eckige Schultern, Jacken sind auffallend lang. Vom Kostüm der Herren gewinnt man Abstand und der Pelz kommt immer mehr in Mode. Was die Freizeit angeht, werden die ersten Damenhosen gesichtet.

Was Schuhmode betrifft, sie sind weiterhin wie in der Vergangenheit spitz und das Schuhwerk überwiegend geschlossen.

Diese Mode war vorherrschend in den Jahren von 1920 bis zu Kriegsbeginn 1939. Der Krieg ermöglicht es nicht, Kleidung für Männer und Frauen modisch zu gestalten.

Erfindungsgeist durch Mangel an Material

Während des Krieges und auch in der Nachkriegszeit waren nicht nur Lebensmittel, sondern auch Textilien knapp. Vor allem in Europa begannen die Frauen, was Kleidung angeht, zu improvisieren. Sogar Schuhe wurden teilweise in Eigenregie hergestellt. Schuhsohlen wurden aus Kork gefertigt und Leder war sowieso Luxusware. Kleider waren eher schmal geschnitten und Kostüme bestanden ihre Bewährungsprobe. Diese sahen Militäruniformen täuschend ähnlich, nicht verwunderlich, wurden sie doch aus Restbeständen von Männermänteln gefertigt.

Nachkriegszeit

Beginn der 50er Jahre zeigte Christian Dior seine erste Kollektion, später wurde dieser Name ein Inbegriff was Mode angeht. Er sorgte wieder für Glanz und Glorie in der Welt  der Mode und verdrängte Knappheit und Armut.

Die neue Frauenmode hatte runde Schultern, schmale Taille und augenfällige Hüften. Materialien wie Samt und Taft waren auf dem Vormarsch.

Sakkos hatten die Form eines Sackes, bis sich Ende der 40er Jahre die V-Linie mit breiten Schultern und schmalen Hüften behauptete.

Neue Konfektionen und Stoffe in den 50er Jahren

Die Mode der Frauen veränderte sich wieder mal. Röcke wurden auf Wadenlänge hergestellt und hatten entweder weite oder sehr enge Form. Oberteile waren enganliegend, schmale Taille wurde hervorgehoben und Busen und Po standen im Vordergrund.

Während dieser Epoche musste alles, von Kopf bis Fuß aufeinander abgestimmt sein. Schuhe zeichneten sich durch hohe Absätze und schmale Beschaffenheit aus.

In den 50er Jahren kamen die ersten Synthetik Stoffe auf dem Markt, waren preiswerter als die Naturstoffe.

Hemden aus Nylon oder Perlon waren in der Männerwelt sehr beliebt.

1960er Jahre

Zu Beginn dieses Zeitabschnittes begann sich die Massenproduktion durchzusetzen. Die junge Generation fand in ausgefallener Mode ein gutes Mittel, um sich von der älteren Generation abzuheben. Auffällig während dieser Zeit, von Jugendlichen gern getragenene ausgefallene Ohrringe. Während dieser Jahre erlangten Models Weltruf der denen von Filmstars fast ähnlich war.

In dieser Zeit wurden auch Materialien wie Metall oder Plastik für die Fertigung von Kleidern mit verwendet. Frauen trugen immer öfter Hosen und das in allen Variationen. Von Hotpants bis Knickerbocker war alles möglich. Wie aus dem Nichts kam dabei auch die Jeans zum Vorschein und sorgte für ein Lebensgefühl von Freiheit und Unabhängigkeit.

Übertreibung in der 70er Jahren

In dieser Epoche entstand die Punkmode, die sich selbst oft als Aussteiger-Mode bezeichnete. Haare waren farbig und Nieten und Leder war an der Kleidung vorzufinden. Es war cool, abgetragene Kleidung zu tragen. Männer kleideten sich wie Frauen und Frauen wie Männer, ein Sinnbild der Gleichberechtigung, zumindest was die Mode anbelangt.

2000er Jahre

Seit Beginn der 2000er Jahre ist es fast ein Muss, möglichst viel Haut zu zeigen. Heutzutage ist es ein No-Go seinen Bauchnabel mit unnötigem Stoff zu verdecken. Heutzutage entzückt viel nackte Haut und alles deutet auf den Lad-Gaga-Modetrend hin. Dieser Trend darf vor allem bei der jungen Generation nicht fehlen.

Bei den reiferen Jahrgängen ist teilweise eine Rückkehr der Mode aus den 20er Jahren zu beobachten. Nostalgie hat bei diesen Personen Hochkonjunktur.