Kategorie: Mode & Trends

Halsketten richtig tragen

Kennst du das? Manchmal entdeckst du eine Kette, die du einfach haben musst. „Mein Schatzzz!“ Du kaufst sie dir und legst sie direkt um… und dann sieht es blöd aus. Eine Kette soll deine Kleidung aufwerten und dafür sorgen, dass du dich gut fühlst. Doch die schönste Kette ist nicht halb so toll, wenn sie nicht richtig in Szene gesetzt wird.

Genau dafür gibt es eine easy Merkhilfe, die viele gar nicht kennen: Kombiniere deine Ketten passend zu deinen Ausschnitten! Für jeden Typ und jede Art von Ausschnitt gibt es die passende Kette. Versprochen.

Hier erfährst du, was wozu am besten aussieht:

 

So trägst du Halsketten richtig

V-Ausschnitt / V-Neck und v-förmige Ketten

Das ist einfach zu merken: Was V-förmig fällt – also nach unten spitz zulaufend – passt zu dieser Art von Ausschnitt am besten. Auch feingliedrige Ketten, die sich leicht in Form bringen lassen oder Anhänger in geometrischen Formen lassen dein Outfit glänzen.

Tipp: Besonders schick sind mehrere Ketten unterschiedlicher Länge übereinander!

Unsere Ketten aus dem Shop haben beispielsweise die Standartlängen von 45 und 60 cm. Zwei solche übereinander plus eine Kürzere – fertig ist der trendy Lagenlook!

Rundhalsausschnitt

Je nach Tiefe deines Rundhalsausschnittes hast du hier mehrere Möglichkeiten:

Das Skaterkleid für den Ausflug in die Stadt schmückst du mit einer langen Anhängerkette oder feinen, mehrreihigen Ketten, den eleganten Look unterstreichst du mit einer zarten, goldenen Kette. Statementketten sind hier eher fehl am Platz. Sie würden bei einer Abendrobe schlicht untergehen.

Dein casual Jeans und T-Shirt-Outfit wird cool, wenn du ein Samtband oder einen mehrreihigen Choker um den Hals trägst.

Tipp: Wenn du nicht auf deinen Statement-Look verzichten möchtest: Zu einfarbigen T-Shirts oder Strickpullovern mit Zopfmuster lassen sich Statementketten toll kombinieren! Hier strahlen sie im Gegensatz zu einem erlesenen Abendkleid auch wirklich, da ihnen nichts anderes die Schau stielt.

Die Regel: Sofern die Kette in oder auf die Form des Rundhalsausschnitts passt, ist sie okay!

U-Boot-Ausschnitt

Für den ovalen U-Book-Ausschnitt sind bewegliche Ketten ideal. Es darf auffallen (z.B. durch einen irisierenden Schmuckstein-Anhänger oder einen witzigen Schriftzug) und klimpern (Stichwort: mehrgliedrige Perlen- oder Muschelkette)!

Tipp: Ist dein Shirt besonders tief ausgeschnitten, greif ruhig zu langem Modeschmuck mit Anhänger. Ketten mit 45 oder 60 cm Länge sind dafür wie gemacht!

Herzausschnitt

Der Herzausschnitt findet sich vor allem bei Trachtenmode (Dirndl). Die feminine Optik hebst du mit klassischen Schmuckstücken hervor: Runde, nicht zu lange Ketten mit einem oder mehreren Anhängern oder traditionelle Kropfbänder und Choker.

Wasserfallausschnitt

Dieser auffällige Ausschnitt ist für sich schon der Hauptdarsteller deines Outfits. Es gilt, ihn bestmöglich zu unterstreichen und nicht, sie in den Schatten zu rücken. Einen Hauch von Glamour geben dir filigrane, einfarbige Ketten ohne großen Schnick-Schnack.

Bandeau-Ausschnitt

Kein Sommer ohne trägerlose Crop-Tops und Bandeau-Strandkleider! Solche Kleidungsstücke veredelst du mit einer flachen Rundkette oder einem unifarbenen Halsring. Sie akzentuieren nicht nur deine Schultern, sondern heben optisch auch deinen Hals.

Tipp: Lange (Fake-)Lederbänder locker um den Hals gebunden, ein paar Perlen aufgefädelt und fertig ist dein Boho-Style zum Bandeau-Ausschnitt!

Asymmetrischer Ausschnitt

Im Gegensatz zum Wasserfall verträgt ein asymmetrischer Ausschnitt ordentlich Glanz. Mehr ist mehr!

Die richtige Kette hebt dein Outfit hervor, ohne übertrieben zu wirken. Partner in Crime sind dabei Statementketten und glitzernde Colliers.

Tipp: Besonders gut funktionieren florale Formen. Du kannst du aber auch exotische Pflanzenmuster oder orientalische Silhouetten zu deinem Oberteil kombinieren.

Blusen- oder Hemdkragen

Statementketten! Und zwar in Kombination mit hochgeschlossenem Kragen!

Wer denkt, dass hochgeschlossen längst aus der Mode ist, hat diesen Look noch nicht an sich selbst ausprobiert.

Denn tatsächlich sieht eine auffällige Silber-Statementkette mit Schmucksteinen zu einer hochgeschlossenen, schwarzen Bluse phänomenal aus! Bieder und Modern ergibt zusammen cool – und lässt dich auch im Büro angemessen angezogen aussehen.

Tipp: Statementketten müssen gar nicht teuer sein! Es gibt es sie auch als nickelfreien Modeschmuck!

An schwarzen und weißen Blusen/Hemden kannst du wild mit Farben, Größen und Styles experimentieren – hier passt alles.

Auf bunte oder gemusterte Blusen solltest du dein Schmuckstück aber farblich abstimmen, damit es nicht untergeht. Hier findest du Tipps zur richtigen Farb-Kombination von Schmuck.

Tipp: Zugeknöpft ist nichts für dich? Dann lege dir eine zarte, längere Kette oder einen Choker (z.B. ein dünnes Lederbändchen zur Schleife gebunden) um den Hals. Diese Schlichtheit verleiht deinem Look einen Tick Edgyness.

Rollkragen / Turtleneck

Heute soll es mal kein Ausschnitt sein? Das heißt aber nicht, dass du deswegen auf Schmuck verzichten musst.

Mit dem Rollkragen hast du es nämlich besonders leicht: Hier kommfen Statementketten enorm gut zur Geltung, lange Ketten mit bunten Anhängern lockern deinen Look auf – und selbst kurze, feingliedrige Ketten werden auf einfarbigen Oberteilen zum Hingucker.

Oder probier doch mal eine Bodychain aus! Diese funktioniert auf einem schwarzen Turtleneck besonders gut und gibt einem eher strengen Outfit einen außergewöhnlichen Twist!

Tipp: Dein Rollkragenpullover sollte einfarbig sein. Zu viele Muster/Farben lassen selbst die coolste Kette untergehen.

Orientiere dich am besten an unserem Guide für nickelfreien Modeschmuck.

 

Du siehst, Wir hoffen, unsere Übersicht hat ein wenig Licht ins Dunkel deiner Schmuckschatulle gebracht! 🙂

Viel Spaß beim Ausprobieren und Nachstylen!

Welcher Schmuck passt zu dir?

Würdest du gerne mehr Schmuck tragen, bist aber leicht überfordert mit der Auswahl? Echtmetall oder nickelfreier Modeschmuck? Welches Metall soll es überhaupt sein? Und was steht dir?

So findest du heraus, welcher Schmucktyp du bist.

Die grundlegenden Gegebenheiten

Der Blick in den Spiegel und in die eigene Schmuckkiste ist die beste Methode um herauszufinden, was zu dir passt:

– Wie siehst du aus? Bist du groß oder klein? Welche Haar- und Augenfarbe hast du; welchen Hauttyp? Welche Farben dominieren deinen Kleiderschrank?

Wer z.B. klein ist, greift eher zu einem filigranen, dezenten Schmuckstück als zur Statement-Kette – und umgekehrt.

– Was besitzt du bereits? Trägst du häufig schlichte Ringe? Oder ist deine Nerd-Ketten-Sammlung größer als gedacht?

Meist kaufen wir intuitiv die Stücke, die uns gefallen. Durchforste doch mal deine Schätze; vielleicht zeichnet sich ein Muster ab!

– Hast du Allergien auf gewisse Stoffe? Gerade auf Nickel reagieren viele mit Ausschlägen.

Inzwischen wird vermehrt nickelfreier Modeschmuck angeboten – achte beim Kauf deshalb auf den Zusatz „nickelfrei„.

Nickelfreien Modeschmuck bekommst du übrigens auch hier im Shop.

 

Die Farben

In der Farbenlehre wird nach kühlen und warmen Tönen unterschieden. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was wozu passt, haben wir die gängigsten Schmuckfarben aufgelistet:

Goldschmuck

Gold und seine Nuancen (z.B. Roségold) steht hellen Hauttypen mit dunkelblonden Haaren ebenso, wie Menschen mit dunklen Haaren und gebräunter oder dunkler Haut. Es passt außerdem wunderbar zu natürlichen Rothaarigen.

Silberschmuck

Silber, Platin oder Weißgold sind ideal für kühle Typen. Schneewittchen mit blasser Haut und dunklen Haaren oder Eisprinzessinnen mit platin- bis aschblondem Haar und blauen Augen sollten zu Silber greifen.

Kupfer

„Copper“ ist eine der Trendfarben – auch im Schmuckbereich. Kupferschmuck lässt grüne und blaue Augen strahlen und unterstreicht leicht gerötete Wangen und einen romantischen Kleidungsstil.

Schmucksteine

Bunte Schmuck- und Edelsteine oder Mineralien stimmst du am besten auf die Farbe/Optik deiner Kleidung ab. Und falls die Outfitfrage noch nicht geklärt ist, probiere doch mal einen Stein in der Farbe deiner Augen! Das geht immer. 🙂

 

Dein Kleidungsstil

Sag mir, wie du dich kleidest… und ich zeige dir den Schmuck dazu.

Denn es gibt zu jedem Kleidungsstil die richtigen Accessoires.

Du magst es romantisch? Dann kombiniere zum Blumenkleid Haarbänder, filigrane Armreifen und eine lange Kette mit Edelsteinanhänger.

Zu bestickten Shorts und Fransenkimono passen Perlen oder Fußkettchen im Boho-Style, Blumenschmuck oder außergewöhnliche Ornamente. Es darf ruhig auffällig und farbenfroh sein!

Fans sportlicher Kleidung liegen mit geometrische Formen (z.B. an Ohrringen oder als Kettenanhänger) richtig.

Wie sieht es mit Sport und Schmuck aus? Wenn du jetzt deine Sportlehrerin der 7. Klasse vor Augen hast, die vor jeder Stunde erneut ermahnt „Nehmt euren Schmuck ab!“ – sie hat recht. Es ist ungefährlicher, beim Training keinen Schmuck zu tragen.

Aber für einen entspannten Look tagsüber (z.B. Yogatop zu Leggins und Sneakern) brauchst du nicht darauf zu verzichten.

Trägst du am liebsten Basics? Auch ein schlichtes weißes T-Shirts zur Jeans wird besonders, wenn du es mit einer Kette oder einem Choker veredelst oder zwei, drei unterschiedliche Ringe kombinierst. Achte nur darauf, dich nicht zu überladen, weil das schlichte Outfit sonst deplatziert wirkt.

 

Liebst du Musik?

Dann hast du es leicht, denn jede Musikrichtung hat ihre typischen Accessoires.

Metaller lieben Silberschmuck mit schwarzen Elementen und Symbolen wie Totenköpfen  oder (Fake-)Leder und Nieten (z.b. Nietenarmbänder oder opulente Ringe).

Gothics tragen zusätzlich Rosen oder Kreuze auf und können Dezent mit Opulent kombinieren.

Bei HipHop Fans darf es ordentlich „bling-bling“ machen mit einer goldenen Statementkette oder einem Ring für jeden Finger.

Diese Tipps sind nur Wegweiser, um dich zu inspirieren und zu unterstützen.

Nur weil du normalerweise kein Gold trägst, muss das nicht heißen, dass dieser roségoldene Ring, der dir nicht mehr aus dem Kopf geht, nicht zu dir passt.

Es gibt so großartige Schmuckstücke, also trage, was dir gefällt und womit du dich gut fühlst!

Welcher Schmucktyp bist du?

Modestile in Japan

Woran denkst du, wenn du „Harajuku“ hörst?

An bunte kleine Geschäfte zwischen gigantischen Shopping Malls, Eisdielen, hübsch angerichtete Desserts in hippen Cafés und viele, viele Menschen?

… Dann bist du schon ziemlich gut im Bilde. 🙂

Das besondere an Tokioter Stadtteilen wie Harajuku: Die Straßen sind voll von stylischen Mädchen und Frauen und man weiß eigentlich gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. #beentheredonethat

Ausgefallene bis verrückt-übertriebene Kleidung ist an der Tagesordnung… und ein absoluter Hingucker!

Ich lade dich heute ein, dir mit mir die verschiedensten japanischen Modestile anzuschauen.

Bewaffne dich mit einem Erdbeer-Crepé von Angel Crepé (… ich habe noch nie so einen guten Crepé gegessen!) und einem Sakura Latte (ja, auch den gibt es wirklich! Starbucks hat dieses Getränk immer während der Kirschblüten-Saison im Angebot) und genieße die Tour durch Japan, Tokyo und seine Mode:

 

Lolita

Wie genau der Lolita-Trend entstanden ist, lässt sich heute gar nicht mehr nachvollziehen. Besonders Visual Kei Gruppen prägten diesen Stil; allen voran der japanische Musiker Mana und seine Band Malice Mizer. Sie verbanden in ihrer Musik Rock mit barocken, klassischen Elementen, Opernklängen und Chansons – und zeigten dies auch in ihrer Kleidung.

Die meist männlichen Bandmitglieder kleideten sich mal androgyn, mal pompös und prinzessinenhaft – und benahmen sich auch so.

Der Lolita-Stil, der sich daraus entwickelte, wurde von anderen Gruppen und den Fans aufgegriffen und vor allem von Mädchen und jungen Frauen getragen.

Einige typische Lolita-Merkmale sind:
  • ausgestellte Röcke und Petticoats
  • hochgeschlossene Kleider / Blusen mit Schnürungen und Puffärmelchen
  • Riemchenschuhe mit Plateau-Absätzen
  • dramatisch drapierte Frisuren; verziert mit Schleifen, kleinen Hüten, Spangen, Tiaras, Headpieces oder Baskenmützen
  • Sonnenschirme
  • niedliche Handtaschen

Dazu ein dezent geschminktes Gesicht und blasse, makellose Haut.

Doch nicht nur das Aussehen ist wichtig; auch die Attitüde muss stimmen: Lolitas geben sich sehr kindlich und sittsam; achten auf ihre Manieren und sind eher zurückhaltend. Die puppenhafte Art spiegelt sich auch in ihrer Mimik und Gestik wider.

Erwähnt werden muss an dieser Stelle auch die kontroverse Seite des Lolita-Trends: Aufgrund der mädchenhaften, kindlichen Optik werden Lolitas leider ziemlich sexualisiert – nicht nur von Westlern sondern auch von japanischen Männern.

Dennoch ist der Stil unheimlich beliebt – auch bei uns, was sich an den immer häufiger stattfindenden Lolita-Meetups zeigt.

 

Untergruppen:

Es gibt unzählige Lolita-Untergruppen. Darauf gehen wir aber in einem eigenen Beitrag ein – das würde sonst einfach den Rahmen sprengen. Nicht, dass du hier noch drei Stunden weiterlesen musst (… dann lieber ab in den Shop und dort ein bisschen herumstöbern :D)

 

Gothic Lolita

Der Gothic Lolita Stil hat sich auch außerhalb Japans etabliert; allerdings wird der Begriff mit „Lolita“ gleichgesetzt. Dass es eigentlich nur eine von vielen Lolita-Stilrichtungen ist, ist den Wenigsten bekannt.

Mana ist maßgeblich für die Entwicklung dieses Stils verantwortlich. 1999 gründete er ein eigenes Modelabel namens Moi-même-Moitié. Dieses vertreibt seine Gothic Lolita Outfits sogar international. Privat trägt Mana meist Frauenkleidung, da sie in seinen Augen vielfältiger ist als Männermode. Er spielt mit Geschlechterrollen und so findet man im Sortiment seines Labels auch Mode für Frauen und Männer

Schwarz ist besonders beliebt, aber auch andere dunkle, gedeckte Farben wie Dunkelblau, Bordeaux oder Violett, passen wunderbar zu diesem Stil. Komplettiert wird der Gothic Lolita Look mit Rüschen und Spitze, außergewöhnlichen Haar-Accessoires und Schmuck mit Kreuzen, (dämonischen) Symbolen, Totenschädeln, Rosen und ähnlichen Gothic Motiven.

Auch die Frisuren sind Lolita-typisch aufwändig und mit Spangen oder kleinen Hüten verziert. Im Gegensatz zur Sweet Lolita beispielsweise wird vor allem um die Augen auch dunkleres und auffälligeres Make-Up verwendet.

 

Sweet Lolita

Mindestens so beliebt wie die Gothic Lolita ist auch ihr niedliches Gegenstück: Die Sweet Lolita.

Hier spielen helle Töne die Hauptrolle: Rosa und Pink in allen Schattierungen, Babyblau, Minzgrün, Lavendel-Lila oder auch Pudertöne.

Niedlichkeit ist das A und O dieses Stils. Je mehr Rüschen aufgetragen werden, desto besser. Auch Schleifen, Bänder oder Bordüren werden gerne genutzt. Man orientiert sich dabei an süßen Püppchen mit großen Augen und bauschigen Rüschenkleidern.

Frisurentechnisch lautet das Motto: Je höher, desto besser, weshalb Beehives sehr beliebt sind. Aber auch Hochsteckfrisuren mit großen Korkenzieher-Locken eignen sich hervorragend für den Sweet-Lolita-Look. Ein imposanter Haarreif, niedliche Armbänder am Handgelenk und ein Täschchen im Kawaii-Look runden den Sweet Lolita Look ab.

 

Guro Lolita

Magst du es süß, aber düster? Dann ist der Guro Stil vielleicht etwas für dich!

Hierbei wird die niedliche Puppen-Optik mit Horror- und Splatter-Elementen verbunden.

Mithilfe von Theater-Blut und in Farbe getränkten Stoffen wird der Horror-Effekt verstärkt, um so z.B. Blutspritzer auf die Kleider zu bringen.

Weitere typische Elemente sind: Augenklappen, Bandagen und Pflaster, aber auch Särge, Fledermäuse, Hörner, Spritzen und Schwestern-Häubchen.

Die Ursprungskleidung ist reines, unschuldiges weiß. So kommt der Horror-Kontrast noch besser zur Geltung.

Bei der Frisurengestaltung sind Guro Lolitas relativ frei – es darf ruhig zerzaust sein. Große Korkenzieher-Locken oder Beehives sind nicht nötig.

Guro Lolitas findet man im Tokyoter Alltag nicht so häufig. Sie sind eher bei speziellen Anlässen wie Photoshootings oder Conventions anzutreffen… oh, und natürlich zu Halloween 🙂

 

Hime Lolita

Hime“ bedeutet „Prinzessin“ und genau das ist das Herzstück dieser Lolita-Untergruppe. Barock, Rokoko, Marie-Antoinette und der Hof von Versailles dienen hier als Inspiration.

Erneut sind aufwändige Frisuren mit Locken, Turmfrisuren und vorrangig hellen Haaren das Hauptmerkmal.

Farblich sind die Himes dagegen relativ frei; dunkle Töne sind genauso beliebt wie zartes Rosa. Prinzessinnen lieben schöne Schmuckstücke. 😀

 

Classic Lolita

Immer noch süß, aber weniger kitschig als zum Beispiel die Sweet Lolita ist die Classic-Form dieses Modestils. Sie wird auch als Lolita für Erwachsene bezeichnet und gerne von 20 – 30-jährigen getragen.

Die Stoffmuster sind dezenter gehalten und auch die Farben eher gedeckt (Braun- oder Rottöne, aber auch Pastellfarben). Selbst die Accessoires sind weniger auffällig, dafür aber nicht weniger schön. Ein, zwei Highlights dürfen ruhig sein!

Wie alle Lolita-Arten ist auch die Kleidung der Classic-Version sehr hochgeschlossen, jedoch rein vom Schnitt her äußerst figurbetonter.

Es ist immer noch kein Office-Outift, aber dennoch alltagstauglicher als die übrigen Lolita-Stile.

 

Shiro Lolita

Der Name „Shiro“ leitet sich von dem japanischen Wort „shiroi“ = weiß, ab. Shiro Lolitas kleiden sich in den typischen Lolita-Elementen; die jedoch alle weiß sind.

Selbst die Accessoires sind in Weiß gehalten.

Dieser Stil ist dank seiner relativ einfachen Umsetzung äußerst beliebt in Japan, schließlich muss nicht erst groß mit Farben kombiniert werden.

 

Kuro Lolita

Das schwarz gekleidete Pendant zur Shiro Lolita („kuro“ bedeutet auf Japanisch schwarz).

 

Country Lolita

Diese Lolita trägt ihre optische Erscheinung schon im Namen: Blumen, Früchte und Beeren oder Pflanzen spielen hier motivmäßig die erste Geige. Die Optik soll an ein Picknick im Grünen erinnern, deshalb sind besonders Naturfarben (z.B. grün, beige, rot, braun) beliebt.

Um den ländlichen Look auch in Sachen Accessoires zu unterstreichen, ist ein Strohhut perfekt geeignet.

Country Lolitas tragen dazu gerne eine Tasche aus Stroh oder einen Picknickkorb. Immer beliebter werden aber auch Taschen in Obstform.

 

Maid Lolita

Vielleicht hast du schon einmal von japanischen Maid Cafès gehört? Die Bedienungen tragen Lolita ähnliche Outfits und kümmern sich um das Wohlergehen ihrer Gäste.

„Maid Lolita“ ist deshalb kein wirklicher Modestil, sondern schlichtweg die Arbeitskleidung der Mädchen.

Eine Hauptrolle spielen die Farben schwarz, weiß und babyblau, weil das die gängigen Farben für Hausmädchenkostüme sind.

Schleifen und Schnürungen – und typisch für den Lolita-Stil – Rüschen. Auf keinen Fall fehlen darf das wichtigste Maid-Accessoire: Die Schürze!

Viele Maids tragen auch ein Häubchen und manchmal wird statt des sonst so Lolita-typischen Sonnenschirms ein kleiner Staubwedel mitgenommen.

 

Kodona Lolita

Kodona Lolitas werden vorrangig von Jungs/jungen Männern dargestellt; sind aber auch bei Mädchen beliebt. Optisch wird sich dabei an Schuljungen aus der viktorianischen Zeit orientiert. Dabei sind die Farben frei wählbar; es gibt keine festen Vorgaben.

Erkennungszeichen des Kodona Stils sind z.B. Stiefel, knielange (Bund-)Hosen, zweireihige Mäntel mit großen Knöpfen sowie Zylinder, Gehstöcke, Uhren und viktorianisch/steampunk-angehauchte Accessoires (z.B. solche Ohrringe).

Neben diesen Lolita-Styles gibt es noch viele weitere:

  • Steampunk
  • Piraten
  • Matrosen
  • Punk

Alle greifen Elemente der jeweiligen Stilrichtung auf. Es gibt kaum eine Richtung, die es nicht gibt. 🙂

 

Gyaru

Das Wort leitet sich zunächst von dem englischen „gal“ – Mädchen – ab. Für mich wird Gyaru wohl auf ewig an den Manga „Peach Girl“ von Miwa Ueda erinnern. Die Protagonistin, Momo, war ein absoluter Fan dieses Looks: hellbraun oder weißblond gebleichte Haare, stark gebräunte Haut, auffällig geschminkte Augen, Layering, kurze Röcke und zu weite Kniestrümpfe („loose socks“ genannt).

Populär gemacht haben den Style tatsächlich aber japanische Popsängerinnen wie Namie Amuro und Ayumi Hamasaki.

Neben den bereits erwähnten optischen Merkmalen spielen Gyarus damit, dass an ihnen „nichts echt ist“ und tragen mit Absicht überlange, falsche Wimpern, Fake Nails mit Glitzersteinchen oder Perücken.

Obwohl – oder vielleicht gerade weil sich diese so sehr vom typischen japanischen Schönheitsideal abhebt, ist Gyaru extrem beliebt.

Der Gyaru-Stil wird vor allem von Westlern leider oft mit „leicht zu haben“ gleichgesetzt – was aber absoluter Blödsinn ist!

Im Gegensatz zu den angepassten, koketten Lolitas sind Gyarus lässiger – sie dürfen ruhig laut sein und Manieren sind alles andere als wichtig.

Übrigens tragen auch Männer Gyaru! Das nennt sich dann Gyaru-O und ist vom Stil her völlig gleich.

Solltest du einmal in Tokyo sein, musst du unbedingt in dem berühmten Kaufhaus „109“ (sprich „ichi-maru-kyū“) in Shibuya vorbeischauen, denn es ist ein wahres Eldorado für Gyaru (und auch Lolita)-Mode!

Auch Gyaru hat zahlreiche Untergruppen, diese sind aber nicht wie bei den Lolitas Themen-abhängig, sondern richten sich mehr nach aktuellen Trends. Dementsprechend halten sich manche Gyaru-Trends nur eine Saison oder ein paar Jahre, bevor sie verschwinden oder weiterentwickelt werden.

Eine besondere Stilrichtung davon möchte ich dir trotzdem vorstellen:

 

Hime-Gyaru

Die „Prinzessinnen“-Gyaru ist eine Mischung aus dem bereits erwähnten Hime-Lolita Stil und der Gyaru-Optik.

Besonders bei Mittzwanzigerinnen beliebt, ist die Kleidung niedlich gehalten und das Make Up dafür umso knalliger.

Die Haut wird dabei aber nicht gebräunt – blasser Porzellanteint ist angesagt! Im krassen Gegensatz dazu werden die Augen betont: Fake-Lashes, jede Menge Lidschatten und farbige Circle Lenses sorgen für große Augen.

Schleifen, Rüschen, Perlen oder Krönchen finden sich auch hier; dazu werden aufwändige Locken- und Turmfrisuren getragen.

Auffälligste Merkmale sind knallige Farben sowie der Mix aus Material (z.B. Spitze, Samt oder Fake Fur) und Mustern (Leo- oder Tigermuster, seltener Blumen). Rosa ist als Hime-Gyaru genauso tragbar wie dunkelrot oder florale Prints.

 

Visual Kei

Seinen Ursprung hat Visual Kei in der gleichnamigen Musikrichtung.

Die (meist männlichen) Bandmitglieder sind auffällig bis over the top gekleidet, spielen mit Geschlechterrollen und wirken dennoch undurchschaubar und geheimnisvoll.

Vorreiter ist wieder die schon angesprochene Band Malice Mizer um Schlagzeuger Mana.

Das Schöne: Hier gibt es keine Regeln; der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wie die Musikstile der Bands immer wieder variieren, ist auch der Kleidungsstil sehr wandelbar. Als der Visual Kei Stil sich entwickelte, war schwarz die Hauptfarbe, mittlerweile sind aber alle farblichen Regeln aufgehoben: Es dürfen Korsagen zu Lederpants getragen werden, goldene Tüllkleider oder schlicht alle möglichen Muster und Materialien miteinander gemixt werden. Ein bisschen Metal, etwas Goth, etwas Pop, Punk und Rokoko dazu, gibt die perfekte Mischung. 🙂

Die Träger orientieren sich meist am Style ihrer Lieblingsband – und dieser wechselt oft von Album zu Album.

Ein Bestandteil, der sich von Anfang an gehalten hat, sind schwarz umrandete Augen. Um die Cat-Eyes noch auffälliger zu machen, wird gerne zu bunten Circle Lenses und Regenbogen-Haarfarben gegriffen.

 

Untergruppe von Visual Kei: Oshare-Kei

Der schöne/süße Unterstil des Visual Kei teilt ein Merkmal mit dem großen Bruder: schwarzen Eyeliner!

Während das übrige Make-Up relativ schlicht gehalten wird, sind dunkel umrandete Augen der Eyecatcher.

Und auch bei der Wahl der Kleidung ist Oshare Kei völlig frei: T-Shirts, Crop-Tops, Röcke, Leggings, Hosen, weiße Kniestrümpe, bunte Söckchen oder Fishnets  – angezogen wird, was gefällt und das am besten lagenweise.

Gerne gesehen: Großflächige Prints und gemusterte Stoffe wie Streifen, Polka-Dots oder Leoparden-Muster.

 

Der Schlüssel zum perfekten Oshare Kei Look ist die ausbalancierte Mischung aus bunt und schwarz – sonst wird es schnell mit dem Decora Kei Stil verwechselt (siehe nächster Punkt).

 

Bei den Accessoires wird allerdings mehr auf „kawaii“ denn auf „hardcore“ gesetzt: Es darf bunt sein und auffällige Ketten, Plüschanhänger oder diverse Perlenarmbänder werden einfach übereinander getragen.

 

Decora Kei (auch „Decora“)

Der Begriff leitet von „decorate“ – dekorieren – ab. Kurz gesagt: Bei diesem Stil kommt es auf die Accessoires an!

Decora ist knallbunt, nicht nur an der Kleidung, sondern auch an den Haaren. Regenbogen, Bonbonfarben  – hauptsache, bunt.

Dazu behängen sich die Träger mit allerlei Deko: mehrere Ketten übereinander, bunte Haarbänder, Muster-Mix, Schlüsselanhänger, Sticker (auf der Kleidung und auf der Haut), usw.

Auch Kinderspielzeug wird gerne zur Decora umfunktioniert – Legosteinchen, Plastikschnuller und sogenannte „Character Goods“; mit Figuren aus japanischen Animes und Mangas sowie Hello Kitty, Mamegoma, Sentimental Circus & Co.

Der Stil nimmt sich selbst nicht allzu ernst und so gibt es keine Regeln, was Frisuren oder Kleidung betrifft. Hose und T-Shirt sind genauso okay wie ein mädchenhaftes Kleid.

Falls du ein wenig Inspiration brauchst – diese Produkte sind tolle Decora-Accessoires:

Decora hat verschiedene Untergruppierungen, die je einer Farbe zu geordnet sind: Black Decora, Pink Decora, Red Decora, usw.

Hier wird genauso gelayert und dekoriert, aber nur in diesem einen Farbschema.

 

Fairy Kei

… ist dem Decora-Trend relativ ähnlich. Jedoch werden weniger Accessoires verwendet und farblich herrschen Pastelltöne vor.

Passend zum Namen will ein softer, märchenhafter Look kreiiert werden. Fabelwesen wie Einhörner und pastelliger Schmuck sind beliebte Dekoobjekte.

Auch, wenn Frisuren und Make-Up hier nur zweitrangig sind, achten die Fairys mehr auf aufwändige Frisuren als Decoras.

 

Pastell Goth

Einer DER Trends in der japanischen Streetstyle-Szene ist „Pastell Goth“. Du kannst es dir vermutlich schon denken: Hier werden Elemente aus der Gothic Mode und Pastellfarben gemischt.

Key-Komponenten sind bunte, auftoupierte Haare mit auffälligen Accessoires (z.B. Schriftzüge an langgliedrigen Ketten oder übergroßen Ringen, Choker, Edelsteine, kleine Skelette, Särge – alles in Pastelltönen), Printshirts, bauschige Röcke, Stulpen, kniehohe Söckchen und Plateauschuhe wie Creepers oder Doc Martens.

 

Wafuku (auch bekannt als „Wamono“)

Wafuku steht für „japanische Kleidung“. Was bei uns gleichzusetzen mit traditioneller Kleidung wie Tracht ist, sind in Japan Kimonos. Wie auch das Dirndl hierzulande, feiert traditionelle Kleidung in Japan sein Revival bei jungen Japanerinnen.

So wird der Kimono der Mutter oder das Vintage Stück aus dem Second Hand Laden wieder neu aufgetragen – aber mit einem modernen Twist, z.B. durch Obis (= Kimonogürtel) mit grafischen Mustern zum Blumenmuster-Kimono oder moderne Accessoires wie Schnürboots statt der klassischen Geta-Sandalen oder witzige Täschchen im Kawaii-Look anstatt traditioneller Leinenbeutel.

So. Das waren nun ganz schön viele Informationen für einen Blogbeitrag.

Dabei haben wir das Thema japanischen Modestile nur angerissen.

Japans Mode ist so vielfältig und außergewöhnlich wie das Land selbst. Den besten Überblick verschaffst du dir immer noch vor Ort, wenn du durch größere Städte oder Tokyos Stadtteile Harajuku oder Shibuya streifst und die stylischen Japanerinnen und Japaner mit eigenen Augen siehst.

Gefallen dir diese außergewöhnlichen Modestile aus Japan?

Trägst du sie vielleicht sogar selbst oder ist das eher nichts für dich?